Freitag, 28. Januar 2011

Flottendoktrin der vier Imperien: Amarr

So unterschiedlich wie die Ansichten der vier Imperien sind auch die Doktrinen ihrer jeweiliegn Kampfflotten. Teil 1 behandelt die Imperiale Flotte des Kaiserreichs von Amarr.



Wenn man die Kriegsführung in der Leere des Alls mit einem Spiel Schere, Stein, Papier vergleichen will, lässt sich die Flottendoktrin der Amarr wie folgt beschreiben:Wenn der Gegner Stein hat bringe nicht Papier, sondern einen größeren Stein!

Seit der Schlacht von Vak'Atioth vor 113 Jahren hat sich die Flottendoktrin des Imperiums stark gewandelt und ist förmlich ein Spiegel des Traumas, welches das gewaltige Reich seitdem mit sich trägt. Während Schlachtschiffe damals nahezu ein Drittel der Flotte ausmachte, ist ihr Anteil heutzutage auf knapp 15 Prozent gesunken. Zwar trug der Aufstieg der Großkampfschiffe zu dieser Entwicklung bei, doch die Rundum-Erneuerung der veralteten Kreuzer vor etwa 60 Jahren machte dein Einsatz ihrer größeren Vettern in zahlreichen Situationen obsolet.

Die Imperiale Flotte folgt dem Ansatz, dass man feindliche Schiffe am besten mit mehr Schiffen der gleichen Klasse bekämpft. Auch wenn zahlreiche Schiffe der Amarr aufgrund ihres schlechten Zustands in einem fairen Kampf den Kürzeren ziehen, kann die Flotte ohne Probleme das fünffache der anderen Imperien ins Feld führen, was diesen Nachteil oft mehr als kompensiert. Dies gilt jedoch nicht für die Großkampfschiffe des Imperiums, die als Statussymbole der Überlegenheit in stets gutem Zustand gehalten werden. Die Großkampfschiff-Flotte der Amarr wird weithin als die mit Abstand schlagkräftigste der Imperien angesehen.

Die Taktik im Gefecht unterscheidet sich nicht allzu sehr von der Grundausrichtung der einzelnen Schiffe. Fortgeschrittene Techniken wie elektronische Kriegsführung spielen eine eher untergeordnete Rolle, man versucht vielmehr mit brachialer Kraft den Gegner in die Knie zu zwingen. Dabei lässt sich vor allem in den letzten Jahren einen Austausch älterer Schlachtschiffe der Armageddon-Klasse durch neue Schiffe des Apocalypse- oder Abaddon-Typs beobachten. Bei den Schlachtkreuzern sind die Harbinger und Prophecy in nahezu gleicher Zahl vorhanden, bei den Kreuzern kommen vor allem Omens und Maller zum Einsatz. 92% aller Fregatten des Imperiums gehören der Punisher-Klasse an.

Im Gefecht teilt sich die Flotte in zwei große Unterabteilungen: Nahkampf und Fernkampf.Während die eher schwach gepanzerten (bei den Amarr ist das relativ zu verstehen) Schiffe der Apocalyspe-, Harbinger- und Omen-Klasse mit Strahlenlasern den Feind auf Distanz bekämpfen, sind die Abaddon, Prophecy und Maller dedizierte Nahkämpfer, wo sie ihre überlegen Panzerung (und im Fall der Abaddon Feuerkraft) zum Tragen bringen können. Die Punisher erfüllt in größeren Gefechten eher defensive Zwecke, um feindliche Fregatten oder unvorsichtige Kreuzer abzuschießen, die irgendwie der brachialen Energiewand der Schlachtschiffe entgangen sind.

Die Imperiale Flotte hat natürlich auch ihre Schwächen. Wie sich 110 YC gezeigt hat, bestehen gewisse Verständigungsprobleme zwischen den einzelnen Flotteneinheiten, sobald eine zentrale Führungsfigur fehlt. Auch die Anzahl an fortgeschrittenen Schiffen ist unterdurchschnittlich und steigt nur langsam. Noch verlässt sich das Imperium dabei lieber auf Hilfseinheiten aus dem Khanid-Königreich, deren Staffeln aus Curse-Tarnkreuzern im ganzen Cluster gefürchtet sind. Auch hat das Imperium nur einen Teil seiner Aeons auf den Gebrauch von Kampfbombern umgerüstet.

Bemerkenswert ist ebenfalls die niedrige Anzahl an Kapselpiloten in den Reihen der Flotte, die nur knapp über den größten privaten Allianzen liegt. Die Ablehnung gegenüber Klonen, die viele Amarr hegen, trägt sicher ihren Teil zu diesem Phänomen bei. Die vorhandenen Kapselpiloten, die als „Imperiale Paladine“ betitelt werden, gleichen ihre geringe Zahl jedoch durch glühenden Glauben an den Kaiser und sein heiliges Wort aus.

In den letzten Jahren lässt sich jedoch eine besorgniserregende Remilitarisierung des Imperiums beobachten, Kaiserin Sarum hat mehrere Programme zum Flottenausbau ausgerufen und eine Instandsetzung zahlreicher veralteter Schiffe veranlasst. Militärische Experten gehen davon aus, dass die Schlagkraft der Imperialen Flotte bis 120YC dadurch um mehr als 30% steigen wird. Sanmatar Shakor hat bereits angekündigt, diese Provokation gegenüber den Minmatar nicht einfach hinnehmen zu wollen.

Den Einfällen von Sansha's Nation steht das Imperium weitestgehend hilflos gegenüber. Bevor eine ausreichende Anzahl an Schiffen mobilisiert ist, sind die True Power-Schiffe bereits abgezogen, mit Hunderttausenden, gar Millionen Entführten in ihren dickbäuchigen Frachtern. Das Auftreten neuer Sansha-Prototypen mit extrem fortgeschrittener Laserbewaffnung hat jedoch das Interesse der Flotte geweckt, die nur zu gern ein Schiff wie die Nightmare zur Verfügung hätte.

Insgesamt lässt sich die Imperiale Flotte mit einem Sprichwort der Minmatar beschreiben:

„Es mag dauern, einen schlafenden Slaver zu wecken, doch ist er erst einmal aufgestanden wirst du ihm nicht entkommen.“

Anhang: Flottenstärke der Amarr [geschätzt Sommer 112 YC]

Klasse [Gesamtzahl/davon fortgeschritten]

Fregatten: 14.583/4.590
Kreuzer: 10.493/3.195
Schlachtkreuzer: 7.192/930
Schlachtschiffe: 7.356/1.402
Trägerschiffe: 3.320
Panzerschiffe: 5.012
Superträger/Mutterschiffe: 1.249
Titanen: 1032

Gesamt: 50327

Anzahl ohne Streitkräfte des Khanid-Königreiches, des Ammatar-Mandats und den privaten Kampfflotten der Herrschaftshäuser

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